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FOCUS Jarifa i29 Speed - Mein Erfahrungsbericht und Blog zur Fahrt mit einem S-Pedelec

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Jarifa

Hallo zusammen,

ich möchte diese Plattform gerne nutzen, um hier zukünftig kontinuierlich meine Erfahrungen und Erlebnisse mit meinem neuen Speed-Pedelec zu teilen und somit vielleicht dem ein oder anderen hilfreiche Tipps, Tricks, Hinweise, Entscheidungshilfen oder auch anderes zu geben.

Das Ganze soll in unregelmäßigen Abständen wie eine Art Blog sein, in dem ihr gerne Fragen stellen und Anregungen geben dürft oder einfach nur Mitleser seit.

Sind wir gespannt, welche Geschichten es in Zukunft zu erzählen gibt...

In diesem Sinne...
 
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Jarifa

Zu Beginn möchte ich gerne einige Worte zum Hintergrund und den "Rahmenbedingungen" verlieren und wie ich mich bisher fortbewegt habe.

Seit ungefähr zwei Jahren ist das Rad für mich das Pendlerfahrzeug zwischen Arbeitsplatz und Wohnstätte. Abgesehen von ganz extremen Witterungen (Eisglätte, Hagel,…) pendle ich täglich mit dem Rad zur Arbeit.
Sowohl bei Regen wie auch bei Sonnenschein.

Wenn ich von „Rad“ spreche, dann meine ich ein „E-Bike“ (bis 25 Km/h). Ganz genau genommen müsste es „Pedelec“ heißen, denn sog. „E-Bikes“ sind lt. Definition Fahrzeuge, welche mit elektrischer Unterstützung funktionieren und bei denen keine körperliche Unterstützung notwendig ist (siehe auch Wikipedia-Eintrag zum Begriff Pedelec).

Da der Volksmund im Allgemeinen jedoch Fahrräder mit Elektroantrieb bis zu einer Unterstützung von 25 Km/h als „E-Bike“ bezeichnet, möchte ich an dieser Stelle auch von E-Bikes sprechen, wenn ich von Fahrrädern mit Motorunterstützung bis max. 25 Km/h spreche.

Mein bisheriges Pendlerfahrzeug war ein E-Bike - ein KTM eTrail BionX mit Heckantrieb.

Dieses E-Bike war (soweit ich weiß) eines der ersten auf dem Markt – das Baujahr kann ich nicht mehr genau sagen – Kaufdatum muss (vermutlich) irgendwann 2011 gewesen sein.
An dem E-Bike selbst wurden keine gravierenden Veränderungen vorgenommen; es wurde lediglich ein kleiner klappbarer Rückspiegel am Lenkerende sowie ein Gepäckträger nachträglich montiert. Und – beinahe hätte ich es vergessen – eine Hupe die einen Ton wie eine Ente von sich gibt. Klingt komisch is´aber so. Im Vergleich zur herkömmlichen Klingel hat sich diese als deutlich effektiver erwiesen um auf sich aufmerksam zu machen. Teilweise erschreckte und überraschte Fußgänger inklusive.


Anwedungsbereich/Arbeitsweg:

Mein Arbeitsweg beträgt ziemlich genau 12,5 Km einfach – also 25 Kilometer am Tag.
Der Weg für durch drei Orte; zwischen den Orten liegen geteerte Feldwege (ist das die richtige Bezeichnung?!), welche für den öffentlichen Verkehr nicht zugelassen sind. Lediglich Landwirtschaftliche Fahrzeuge dürfen diese Wege nutzen. Außerdem sind Mofa´s auf diesen Wegen erlaubt (Schilder mit Hinweis vorhanden).

Der Alternativweg wäre eine Bundesstraße (Mindestgeschwindigkeit 70 Km/h) – also keine wirkliche Alternative zur Nutzung mit einem E-Bike.
Zum einen ist die Nutzung allein schon aufgrund der Mindestgeschwindigkeit nicht erlaubt, zum anderen würde ich auch aus Eigenschutz niemals mit dem Rad auf einer Bundesstraße neben 40-Tonnern und anderem fahren wollen...

Der Höhenunterschied zwischen Wohn- und Arbeitsort beträgt ca. 100 Meter.
Zur Arbeit geht es „bergab“, nach Hause dann „bergauf“. Wobei sich 100 Höhenmeter auf 12,5 Kilometer einigermaßen verteilen.


Zur Fahrtdauer – Vom Wohnort zum Arbeitsplatz:

Je nach Einflüssen (Wetter, Verkehrsaufkommen, Wind,…) und körperlicher Verfassung beträgt die Fahrtzeit (Bestzeit) zwischen 25:30 Minuten und ca. 45 Minuten (Extremsituation im Winter, Schnellfall, glatte Straßen,...).

Eine Anmerkung zur „Bestzeit“: Diese lässt sich natürlich nur realisieren, wenn alle Einflussfaktoren stimmen (trockene Straßen, entsprechender Verkehr, Wind) und wenn das E-Bike über weite Strecken durch körperliche Energie schneller als 25 Km/h beschleunigt wird. 45 Km/h auf leicht abschüssigen Wegen bzw. 40 Km/h auf der Ebene sind nur mit großer körperlicher Zusatzenergie zu erreichen und wiederum nötig um diese „Bestzeit“ zu erreichen.
Unter „normalen“ Umständen sind dann tendenziell Fahrzeiten zwischen 26 und 28 Minuten für die 12,5 Km realistisch.


Zur Fahrtdauer – Vom Arbeitsplatz zur Wohnung:

Auf dem Rückweg ist der Höhenunterschied zwar nicht deutlich, dennoch latent spürbar. Nicht zuletzt merke ich ihn auch daran, weil es auf dem Heimweg sehr viel anstrengender ist das E-Bike dauerhaft über die Motorunterstützung von 25 Km/h hinaus zu beschleunigen.

Die Fahrzeit für diese Strecke beträgt zwischen 29:30 Min. (Bestzeit mit extremer körperlicher Zusatzenergie) und 34 Minuten (Komplette Nutzung der Motorunterstützung, quasi keine zusätzliche Körperenergie).
 
Du hast ja vorher einen Motor hinten gefahren, jetzt einen Mittelantrieb. Wie empfindest du die Unterschiede ?
Schickes Teil übrigens.
 
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Jarifa

Du hast ja vorher einen Motor hinten gefahren, jetzt einen Mittelantrieb. Wie empfindest du die Unterschiede ?
Schickes Teil übrigens.

Genau, das "alte" hat einen Heckantrieb, das neue den Mittelmotor.
Nach den ersten paar' Tagen muss ich sagen dass ein Vergleich noch etwas schwierig ist, da beide Antriebskonzepte jeweils gut zu jeweiligen Rad passen.

Was mir bei dem Heckmotor aufgefallen ist:

Bei der Beschleunigung hat das Rad teilweise gefühlt von hinten etwas "geschoben", man hat gemerkt, dass das Hinterrad mehr Power bringt. Dieses Schieben kam synchron zur Trettfrequenz jedes Mal bis die "Reisegeschwindigkeit" erreicht war. Ich habe es gemerkt, es hat aber nicht gestört.

Einige Stimmen sagen, dass Räder mit Heckantrieb aufgrund des Schwerpunkts hinten (durch das Gewicht des Motors) in Kurven etwas zum ausbrechen neigen.
Dies habe ich nicht direkt wahrnehmen können; lediglich bei Kurvenfahrten über glatte und rutschige (weil nass) Gullideckel ging das Hinterrad gerne mal etwas weg.
Auf der Straße kam es aber nie zu einem Sturz deshalb.

Einmal habe ich mich mit dem Rad tatsächlich unfreiwillig hingelegt, das wird aber nicht unbedingt am Heckantrieb gelegen haben.
Mit nassen Rädern in eine Tiefgarage eingefahren, in der Tiefgarage eine 90°-Rechtskurve gefahren und zuviel Seitenlage gehabt, dann ist das Rad komplett abgeschmiert mit mir oben drauf. Soweit ich mich erinnern kann ging das Heckrad zuerst weg, aber das muss nicht wegen des Motors gewesen sein. Passiert ist weiter nichts außer einige Schrammen an mir, verkratzte Pedalkanten und die Erkenntnis, diese Kurve künftig etwas bedachter auszufahren... Aber das sei hier nur am Rande erwähnt.

Zum Mittelmotor:
Im Vergleich zum Heckantrieb spürt man den Mittelmotor konstruktionsbedingt ja direkt in den Pedalen. Bei der Beschleunigung habe ich das Gefühl, dass ich gezogen werde, vielleicht kann man es sich ansatzweise wie eine unsichtbare Abschleppleine vorstellen an der man hängt.
Der Druck kommt auch hier mit jeder Pedalumdrehung merkbar und wird entsprechend auf die Kette und dadurch aufs Hinterrad gelenkt.

Bei dem Mittelmotor ist mir auf den bisher (wenigen) Fahrten aufgefallen, dass es zu einer kleinen "Einruckelung/Einrastung" kommt, wenn man aus dem Leerlauf wieder mit Treten beginnt und wieder in den Rythmus des Motors eingeklingt wird. Diesen Moment spürt man kurz, am Anfang etwas ungewohnt aber nicht störend.
Diesen "Einklinkeffekt" habe ich bei dem Heckantrieb überhaupt nicht gespürt, es war vielmehr so, dass dann wieder von hinten ein latenter "Druck" war, der geschoben hat.


Zum Verschleiß:
Soweit ich weiß gibt es auch hier Stimmen die sagen, dass je nach Antriebskonzept die einzelnen Bereiche des Rads unterschiedlich belastet werden. Da der Mittelmotor die Kraft komplett über die Kette auf´s Hinterrad bringen muss, ist diese (was man so lesen kann...) wohl anfälliger was Schäden/Kettenrisse angeht als bei einem Heckantrieb.
Wie die Verschleiß- & Ersatzteilbilanz sich entwickeln wird, wird sich zeigen. Zu den Betriebskosten meines 25er´s kann ich separat noch berichten.

Alles in allem ist die Frage nach dem Ort des Motors für mich zum aktuellen Zeitpunkt (noch) eine reine Philosophie- bzw. Sympathiefrage.
Wenn ich mehr Kilometer drauf´gefahren habe und sich in mir ein "Sinneswandel" einstellt, werde ich berichten.

Bzgl. der Optik: Danke! Ich muss mich irgendwie mit meinem Fortbewegungsmittel identifizieren und wohl fühlen können, egal wie viele Räder es hat ;-)
 
J

Jarifa

So, nachdem ich oben einige einleitende Worte verloren habe die meine "Situation" beschreiben, möchte ich gerne als nächstes die Beweggründe und Gedanken schildern die mich in der weiteren Folge beschäfgtigt haben

Meine Alternativen um täglich zur Arbeit zu kommen beschränken sich (wie vermutlich bei 98% der arbeitenden Bevölkerung) auf Option 1 - Das Auto; Option 2 - Zu Fuß gehen oder Option 3 - ein alternatives Fortbewegungsmittel.
Die Option der öffentlichen Verkehrsmittel gibt es, ja, jedoch sind diese für mich aufgrund der mehrfachen Umsteigenotwendigkeiten, der damit verbundenen Zeitaufwendungen und auch den damit einhergehenden Kosten keine Alternative in meinen Augen.

Option 1 - Das Auto:
Hier ist ein normaler Fahrtwerg zur Arbeit in ca. 15 Minuten realisierbar.
Der Rückweg nach Hause ist aufgrund der Geografie und aufgrund oftmals hohem Verkehrsaufkommen sehr unterschiedlich. Teilweise sind ebenfalls 15 Minuten realisierbar, teilweise kann die Dauer aber auch mal locker 30 Minuten (und mehr) betragen.
Und ganz klar - der gesundheitliche und sportliche Aspekt bleibt hier wortwörtlich "auf der Strecke" und geht verloren...
Also: Nur wenn es nicht anders geht oder wenn es entsprechende Einflussfaktoren gibt (Termine, Wetter,...) kommt das Auto zum Einsatz.

Option 2 - zu Fuß:
Mache ich tatsächlich ab und zu; bei guter Verfassung schaffe ich den Weg zur Arbeit (ca 12 Kilometer, 100 Höhenmeter bergab) in 60 Minuten. Dann jogge ich aber schon stramm.
Das geht aber nur ohne "Beladung", heißt die normale Kleidung muss bereits am Tag zuvor am Arbeitsplatz deponiert werden.
Möglichkeiten zum Duschen sind vorhanden - das macht das Ganze überhaupt auch nur möglich.
Für den Heimweig brauche ich ca. 65 - 70 Minuten; wohlgemerkt auch ohne Gepäck.
Pro Tag lege ich aber lediglich eine Strecke zu Fuß zurück, der entsprechende Gegenweg wird anderweitig bewältigt.

Option 3 - ein alternatives Fortbewegungsmittel:

Und hier liegt der Knackpunkt:
Da ich nicht jeden Tag zur Arbeit joggen kann und will und auch keine Lust habe den Weg zur Arbeit im Auto zu verbringen (neben dem fehlenden Sportfaktor ist nicht zuletzt der Heimweg des öfteren nervig und sehr zähflüssig) muss eine Alternative her.
Meine subjektive Wahrnehmung der letzten Jahre ist, dass die Menge an Autos schneller zunimmt als die verfügbaren Straßen, was unweigerlich zu mehr Verkehr, mehr Unfällen, mehr Stau, längeren Fahrtzeiten, etc... führt.
Also ist meine Lösung diesem Problem zu begegnen: Runter von der Straße, auf der (gefühlt) alle unterwegs sind und rauf auf andere (weniger stark frequentierte) Wege.

Während meiner täglichen Pendelfahrten zur Arbeit mit dem E-Bike ist mir aufgefallen, dass die Geschwindigkeit von 25 Km/h wirklich sehr sehr schnell erreicht ist und ich dann darüber hinaus das Rad auch ohne große Mühen auf 30 - 35 Km/h beschleunige. Die Geschwindigkeit von 35 - 40 Km/h dauerhaft zu halten ist schon ambitionierter, dauerhaft über 40 Km/h zu fahren ist nicht bzw. nur Abschnittsweise möglich. Hier kommt dann auch Fahrtwind und Rollwiederstand (und was es sonst noch so gibt...) merkbar ins Spiel.

Weiter ist die Geschwindigkeit von 25 Km/h irgendwie nichts halbes und nichts ganzes.
Selbst wenn ich innerorts (in 30er-Zonen) dauerhaft mit 30 - 35 Km/h unterwegs bin und über den Motor trete, werde ich oft genug von Autofahrern überholt, teilweise auch in grenzwertigen Situationen, da das "ja nur ein Fahrradfahrer ist da vorne, den überhol ich noch schnell, weil der ist ja eh langsam"... so mein Empfinden.
Man ist also für den innerstädtischen Verkehr eher ein Hindernis, als das man in ihm "mitschwimmen" kann.

Also suche ich nach Alternativen...

Dass es S-Pedelecs gibt weiß ich schon seit einiger Zeit, habe mich aber bis dato noch nicht näher mit diesen Fahrzeugen beschäftigt. Ich kann diese Fahrzeuge in keinster Weise richtig für mich einordnen, weder was Anschaffungskosten, noch was die rechtliche Situation angeht (ich weiß, dass man ein Mofa-Schild braucht, das war´s dann aber auch schon).

Per Zufall bin ich auf Peter Hartmann von eMotion-Flitzer (https://www.emotion-flitzer.de/super-soco/) aufmerksam geworden, der sich auf den Vertrieb von elektrischen Fahrzeugen spezialisiert hat.
Nebenbei sei angemerkt, dass Herr Hartmann sehr kompetent, freundlich und sympathisch ist, sich sehr viel Zeit für Fragen nimmt und nicht auf den schnellen Verkauf von seinen Produkten aus ist.

Dort habe ich dann die SUPER SOCO kennengelernt, ein rein elektrisch betriebenes e-Moped mit einer Reichweite von ca. 60 Kilometer in der Praxis (80 Km in der Theorie) und einer Maximalgeschwindigkeit von 45 Km/h.
Durch einen zweiten Akku der im Inneren in einem zweiten Schacht eingesetzt werden kann, kann die Reichweite verdoppelt werden. Ist nur ein Akku eingesetzt, ist der restliche Raum als Stauraum nutzbar. Vom Volumen dürften ca 2x2 1,5-Liter PET-Wasserflaschen in das leere Akkufach passen.
Der Anschaffungspreis liegt je nach Variante (es gibt mittlerweile zwei Varianten die sich hauptsächlich optisch und in der Leistung minimal unterscheiden) bei ca. 3.000 bzw. ca. 3.500 Euro.
In meinen Augen ein fairer und vorallem auch attraktiver Preis.

Nach einer Probefahrt bin ich dann durchaus von dem Gerät angetan und sehe für mich folgende Vorteile/Pluspunkte bei diesem Fahrzeug:

+ Attraktiver Preis / Konkurrenzfähig zu einem qualitativ hochwertigen E-Bike/Pedelec/S-Pedelec
+ Sehr wartungsarm da kein Verbrennungsmotor vorhanden ist
+ Recht Brauchbare Reichweite von ca. 60 Km
+ Reichweite von vermutlich ca. 100 - 120 Km mit 2 Akkus
+ Interessante Geschwindigkeit für Kurzstrecken/Pendlerfahrten von max. 45 Km/h
+ Zusätzlicher Stauraum im Inneren, wenn nur 1 Akku verbaut wird
+ Optisch ein echter Hingucker
+ Möglichkeit ohne Zusatzenergie und unverschwitzt zur Arbeit zu kommen
+ Im Soziusbetrieb theoretisch sogar zu zweit nutzbar
+ Diebstahlschutz (laute Sirene) wenn das Teil angehoben wird
+ Sehr angenehm zu fahren
+ Gilt aufgrund der Leistung noch als Mofa und darf entsprechend auch auf für Mofa zugelassenen Wegen fahren (Trifft auf meinen Fahrtweg zu)

Aber wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten - daher sollen an dieser Stelle auch die Nachteile/Minuspunkte angeführt werden:

- Es ist ein Motorradhelm (Integral heißen die Dinger glaub) nötig und eigentlich auch schon eine Motorradmontur (Lederjacke, etc. .... Hallo Sommer, hallo Sonne, hallo 30°C !)
- Man kann mit diesem Fahrzeug nicht mehr ohne weiteres auf den Gehweg ausweichen, was manchmal mit einem Rad ein pragmatischer Lösungsansatz sein kann
- Man fällt im Straßenverkehr mehr auf (kann gut und schlecht sein)
- Man kann de Facto nicht mehr auch mal auf Waldwegen fahren (ich weiß, ist auch mit einem Rad kontrovers zu sehen, mit so einem Fahrzeug aber ein No-Go)
- Allein schon aus Sorgfalt gegenüber dem Fahrzeug bleiben quasi nurnoch asphaltierte Wege/Straßen zum Fahren übrig
- Wenn der Akku leer ist kann man das Teil entweder abstellen und laufen oder es nach Hause schieben (!!!!!)
- Die "sportliche Komponente" fällt hier so gut wie komplett weg (!!!!!)

Würde ich als Autofahrer an der Ampel neben so einem Fahrzeug stehen und es nicht besser wissen, würde ich erwarten, dass es bei grün aufgrund seiner doch recht aggresiven Optik beschleunigt und davon zieht. Da aber bei 45 Km/h schluss ist, ist das die falsche Vermutung, was durchaus zu einigen merkwürdigen, grenzwertigen und gefährlichen Situationen führen könnte...

Also stehe ich jetzt vor der Entscheidung - was tun?

Soll ich mein E-Bike behalten?
Soll ich mir die SUPER SOCO anschaffen?
Oder doch ein etwas ganz anderes machen?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden vergehen dann einige Monate und mehrere hundert Pendlerkilometer mit reichlich Zeit zum nachdenken...
 
Schau dir mal den grade laufenden Thread mit dem "S-Pedelec Fahren....." an. Hat aufgrund der höheren Geschwindigkeit natürlich mehr Spassfaktor, aber es ist definitiv gefährlicher und nur auf der Strasse fahren, kannst du mE vergessen. Mit deiner Distanz ist das "normale" Pedelec eigentlich eine gute Wahl.
Das Super Soco, never ever. Die 45 kmh Grenze wird hier noch problematischer und irgendwie sieht das jetzt auch nicht so ernsthaft aus, wenn du auf einem Bike sitzt, das zumindest nach 160 kmh aussieht und du dann hinter einem Roller mit kleinem Kennzeichen hergurkst. A propos Roller, ein elektrischer Roller wie die Stella Roller in Stuttgart wären zumindest zum Super Soco eine Alternative. Meine Einfach-Distanz sind 30-35 km, je nach Strecke und mein Grace One ist eine Macht und macht auch Spass, aber ein Pedelec ist definitiv nervenschonender.
Falls du auch ein bisserl im Wald fährst, warum nicht ein E-MTB, das dann für die Fahrt zur Arbeit und für das Wochenende ist. Ein S-Ped wie das Stromer finde ich wiederum hoffnungslos überteuert.
 
Also stehe ich jetzt vor der Entscheidung - was tun?

Sollen dir andere die Entscheidung abnehmen? Wenn ich es richtig gelesen habe, hast du grad ein S-Pedelec gekauft. Gefällt dir das Fahren damit nicht das du nach Alternativen suchst?

Ich finde das S-Pedelec ist im Nahbereich das optimale Fahrzeug. Wenig Zeitverlust gegenüber dem Auto und es macht viel Spass damit zu fahren. Selbst nach 5 Jahren hab ich noch jeden Tag das Grinsen im Gesicht.
Bevor ich mich auf einen Roller setze, steig ich ins Auto. Keine Ahnung warum selbst E-Roller billiger sind als S-Pedelecs. Ich würde so ein Teil auch dann nicht fahren wenn ich es geschenkt bekomme.

Die Super Soco finde ich peinlich. Wie sieht denn das aus wenn man mit dem Teil nur 45km/h fährt? Die ist genauso sinnlos wie Pedelecs.
Aber schön zu wissen das Bosch auch Nabenmotoren bauen kann. Fragt sich warum sie damit nicht den S-Pedelecmarkt aufmischen.

...aber ein Pedelec ist definitiv nervenschonender.

Ich bin bisher 2mal Pedelec gefahren. Einmal einen ganzen Tag meine üblichen Strecken. Meine Nerven wurden jedenfalls nicht geschont dabei. Ich hab die ganze Zeit geflucht, weil ich nicht vom Fleck komme und der Motor ständig abgeschaltet hat. Ist doch bescheuert das der Motor genau dann abschaltet wenn es anfängt sinnvoll zu werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jarifa (wo issendereigentlich ?) fährt normales Pedelec, hab ich verstanden. Wenn du nur ne kurze Distanz hast, ist das mE schon eine Alternative, du kannst drauflosradeln, musst dich nicht um ein Kennzeichen kümmern, dich nicht mit Polizisten rumärgern, halt die nervigen Kleinigkeiten, und du solltest mit dem S-Ped schon etwas Raderfahrung mitbringen, bist halt schon deutlich schneller als mit dem 25 kmh Motorstopp.
Klar, ich möchte mein Grace auch nicht mehr missen, war jetzt gestern und heute um die 1300 km auf Achse und sehne mich so danach, morgen wieder mit dem Grace am Neckar entlang ins Büro zu düsen....
 
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Jarifa

Sollen dir andere die Entscheidung abnehmen? Wenn ich es richtig gelesen habe, hast du grad ein S-Pedelec gekauft. Gefällt dir das Fahren damit nicht das du nach Alternativen suchst?

Ja - ganz richtig - ich habe mir gerade ein S-Pedelec gekauft. Ich dachte ich schreibe mal meinen Weg bis dahin hier nieder um vielleicht dem ein oder anderen eine Entscheidungshilfe zu geben.

Ich finde das S-Pedelec ist im Nahbereich das optimale Fahrzeug. Wenig Zeitverlust gegenüber dem Auto und es macht viel Spass damit zu fahren. Selbst nach 5 Jahren hab ich noch jeden Tag das Grinsen im Gesicht.

Ja, bei den Fahrten die ich bisher damit gemacht habe, habe ich das gleiche Gefühl. Zum Auto ist da der Zeitunterschied nicht mehr groß.

Die Super Soco finde ich peinlich. Wie sieht denn das aus wenn man mit dem Teil nur 45km/h fährt? Die ist genauso sinnlos wie Pedelecs.
Aber schön zu wissen das Bosch auch Nabenmotoren bauen kann. Fragt sich warum sie damit nicht den S-Pedelecmarkt aufmischen.

Ja, das ist Geschmackssache. Mir persönlich hat diese Retro-Version ganz gut gefallen aber ja - wenn Du damit an der Ampel in der ersten Reihe stehst und bei Grün nicht vom Fleck kommst, das ist dann natürlich auch irgendwie... nunja... unbefriedigend.

Auf nem´Rad rechnet zumindest jeder damit, dass man nicht restlos davonzieht =)

Jarifa (wo issendereigentlich ?) fährt normales Pedelec, hab ich verstanden. Wenn du nur ne kurze Distanz hast, ist das mE schon eine Alternative, du kannst drauflosradeln, musst dich nicht um ein Kennzeichen kümmern, dich nicht mit Polizisten rumärgern, halt die nervigen Kleinigkeiten, und du solltest mit dem S-Ped schon etwas Raderfahrung mitbringen, bist halt schon deutlich schneller als mit dem 25 kmh Motorstopp.
Klar, ich möchte mein Grace auch nicht mehr missen, war jetzt gestern und heute um die 1300 km auf Achse und sehne mich so danach, morgen wieder mit dem Grace am Neckar entlang ins Büro zu düsen....

ich bin hier =D

Genau - ich habe bisher ein Pedelec genutzt und bin jetzt auf ein S-Pedelec umgestiegen.

Die von Dir genannten Punkte sind durchaus Punkte, die für "normale" Pedelec´s sprechen, mir gings aber bereits nach der ersten Probefahrt so, dass ich ein Dauergrinsen im Gesicht hatte und es war klar, dass der Umstieg kommen wird.
 
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Jarifa

So, dann möchte ich mal meine Geschichte noch etwas weiter erzählen...
... Wie unter Beitrag #5 erwähnt vergehen einige Monate (auch Wintermonate) und ich radle eisern jeden Tag zur Arbeit. Schließlich zollt mein Rad dann irgendwann dem Winterwetter seinen Tribut und die Vorderradbremse gibt ihren Geist auf. Das Ganze zieht eine doch recht kostspielige Reparatur mit sich, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Bremsanlage aufgrund ihres Alters auch garnicht mehr ohne weiteres zu beschaffen ist... doch schließlich gelingt es meiner Reparaturwerkstatt die nötigen Teile zu besorgen und mich um ca. 250 Euro zu erleichtern.

In mir streubt sich Wiederstand, da ich mir nach ein paar Reparaturen von diesem Kaliber wohl auch irgendwann ein komplett neues Rad leisten könnte...
Also spreche ich bei meiner Reparaturwerkstatt meinen Plan und meine Unentschlossenheit an. Schnell ist mir (wieder) bewusst, dass ein Fahrradhändler immer auch Fahrräder verkaufen möchte und entsprechend geht die Empfehlung klar zum S-Pedelec - nicht zuletzt auch deshalb, weil damit der sportliche Aspekt auch nicht zu kurz kommt. Recht hat er - denke ich mir. Und gleichzeitig finde ich in mir die Motivation, mich näher mit dem doch irgendwie recht kleinen Markt für S-Pedelecs intensiver auseinander zu setzen.

Für mich sind zwischenzeitlich folgende Punkte gedanklich fixiert, die mich dazu bringen die Idee des S-Pedelecs weiter zu forcieren:
- Ich möchte mich gerne körperlich betätigen
- Ich möchte zur Not auch ohne Strom/Akku von A nach B kommen können
- Ich möchte im Ausnahmefall auch mal als "normaler" Fahrradfahrer verstanden werden
- Ich möchte gerne die Möglichkeit haben, bei Bedarf [dauerhaft deutlich] schneller als mit 25 Km/h unterwegs sein zu können
- Die Reichweite sollte auch irgendwo ins Gesamtkonzept passen
Soweit so gut.

Ich klappere diverse Internetforen und Herstellerseiten ab und habe nach ein paar Stunden Recherche einige (für mich) brauchbare Modelle gefunden, welche zu mir passen könnten.

Dabei habe ich folgende Eckpunkte für mich als Selektionsmerkmale gesetzt:
- Die Optik muss stimmen
- Mindestens vorne muss eine Federung vorhanden sein
- Schutzbleche sollten entweder vorhanden oder einigermaßen gut anbringbar sein (Ich bin Allwetterfahrer)
- Der Preis ist auch ein Faktor => Ich setze mir mal ein erstes gedankliches Limit von 4.000 Euro (mal sehen ob ich damit weit komme...)

Während meiner Recherche muss ich erkennen, dass die eigentliche Schwierigkeit nicht unbedingt in der Selektion der S-Pedelecs besteht, sondern vielmehr darin, einen Händler zu finden, der zum einen keine 200 + Km von mir entfernt wohnt und zum anderen auch die Modelle im Angebot hat, die mich interessieren.

Folgende Modelle sind für mich zunächst in der engeren Auswahl - mein Favorit (die Optik ist der Hammer) ist für mich zunächst das Bulls.
- Bulls EVO E-Stream FS45
- Haibike FullSeven (Fully)
- Giant Quick E+ 45
- Focus Jarifa
- Diverse Stromer Modelle
- Kalkhoff Integrale
- Victoria E-Spezial

Leider kann mein bisheriger Radhändler nur das Viktoria E-Spezial beschaffen, dieses Rad wäre meine letzte Wahl gewesen, deshalb lasse ich diese Option erstmal verstreichen.

Glücklicherweise finde ich in erreichbarer Umgebung einen Händler, der ein Bulls EVO FS 45 im Angebot hat und bei dem ich dieses Rad auch probefahren kann.

Mein Eindruck:
Die Optik des Rads ist wirklich umwerfend, es wirkt unglaublich kraftvoll und auch irgendwie etwas aggressiv - ich bin beeindruckt.
Bei der Probefahrt fällt mir das sehr kleine Bedienpanel auf, dass leider nur den Akkustand, die Unterstützungsstufe und die aktuelle Geschwindigkeit anzeigt. Eine Anzeige von Restreichweite, gefahrenen Kilometern und bspw. auch der Durchschnittsgeschwindigkeit gibt es leider nicht. Das Fahrgefühl selbst ist sehr angenehm. Bei meiner Fahrt fällt mir auf, dass der Motor bis ca. 40 Km/h unterstützt, danach habe ich das Gefühl, dass ich die 45 Km/h nurnoch durch extremen Einsatz von körperlicher Energie erreiche.
Weiter fällt mir auf, dass das Anbringen von Schutzblechen wohl ein kleines Thema werden könnte, wenn es unauffällig bleiben soll. Und ich frage mich ob der Bereich in welchem der Akku untergebracht ist wohl schnell mit Scmhutz und Dreck "zu" ist, da ohne Schutzblech dieser Bereich sämtlichen Dreck- und Schlechtwettereinflüssen ausgesetzt sein dürfte. Die Idee den Akku im Rahmen zu "verstecken" macht das Rad sehr unscheinbar - in Kombination mit der Kraft die es besitzt eine interessante Mischung.
Preislich stehen ca 4.400 Euro im Raum - ein stolzer Preis. Ich muss überlegen.
 
...musst dich nicht um ein Kennzeichen kümmern, dich nicht mit Polizisten rumärgern, halt die nervigen Kleinigkeiten, und du solltest mit dem S-Ped schon etwas Raderfahrung mitbringen,...

Den letzten Punkt kann ich bestätigen. Kennzeichen kann man online beantragen und wird zugeschickt, Polizei ist wenig an mir interessiert, geärgert hat sie mich einmal und die nervigen Kleinigkeiten hat man mit jedem Fahrrad.
Ich frage mich wirklich warum sich so wenige vom S-Pedelec überzeugen lassen. Als ich vor 5 Jahren das erste Mal davon gehört habe und Probe gefahren bin, wusste ich sofort das ich sowas haben will. Einfach genial, alle theoretischen Nachteile sind nur Ausreden und in der Praxis überhaupt nicht relevant.
 
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