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Motorrad 2,25PS von 1938 elektrisch machen

Hi zusammen,
das Meiste von diesem Eröffnungsthread steht schon bei "Suche/Biete", nur denke ich dass Diskussionen über die technische Umsetzung dort wenig zu suchen haben, und deshalb ziehe ich jetzt mal hierher um; die bisherigen Hinweise von Euch (Besten Dank nochmal an dieser Stelle) fass ich hier auch zusammen und kommentiere sie entsprechend:

wie einige von Euch also schon mit Erschütterung festgestellt haben (thread in "Suche...") könnte dieses Schätzchen

20190728_170930.jpg
aus seinem viele Jahrzehnte dauernden Dornröschenschlaf mittels eines Elektromotors wachgeküsst werden, um endlich wieder seiner bestimmungsgemäßen Verwendung entsprechend auf die Straße zu kommen. Originalbrief ist nicht mehr vorhanden, aber eine Kopie eines vom gleichen Hersteller, mit anderem Baujahr. Darin (handschriftlich!) eingetragen sind 2 1/4 PS und 50km/h.
Mein Ziel ist 60km/h, ich schätze das kann man mit 1,5...2kW gut hinbekommen. Wenn man genau hin sieht, das Gerät hat Pedale und eine Rücktrittbremse, und eine zweite Kette für den (98ccm-) Motor.
  • Derzeit zur Auswahl stehen
    Variante1: Motor raus, Motor rein, weiterfahren,
  • Variante2: Radnabenmotor rein (incl. neuer Bremse).
  • beide Varianten: Batterien, Regler, ... müssen auch noch untergebracht werden.
Vor- und Nachteile liegen in Erhalt des originalen Erscheinungsbildes und der meisten Komponenten gegenüber der optimalen Nutzung des sehr begrenzt verfügbaren Raumes, und des technischen Aufwands (Plazierung Motor, Konstruktion einer Bremse, Hinterrad neu einspeichen, ....).

Ich tendiere derzeit zu einem Radnabenmotor, weil die Rücktrittbremse für heutige Maßstäbe schlichtweg SCHLECHT ist, und weil der Motor im Hinterrad platzmäßig am wenigsten stört.
Hinzu kommt dass er da hinten als ungefederte Masse m.E. keinen "Schaden" anrichten kann da das Motorrad einen Starrahmen hat. Er belastet also den Rahmen weniger als ein Mittelmotor.
Mittelmotoren drehen recht schnell. Meine Räder haben einen Umfang von ca. 2,05m, wenn ich damit 60km/h fahren will dann sind das 488 1/min. Bei einer (typischen) Nenndrehzahl von 4000 /min muss ich mit 1/8,2 untersetzen, und das ist einstufig schon fast nicht zu machen (vielleicht mit einem Planetengetriebe). Da ist das Angebot eingeschränkt, immerhin gibt es so was heutzutage schon.
TÜV-tauglichkeit ist für mich Pflicht, ich baue sowas nicht fürs Wohnzimmer oder eine Ecke in der Garage. EMV-Prüfung habe ich auf dem Schirm: nach meinem Kenntnisstand ist eine derartige (abartig teure!) Prüfung nicht zwingend notwendig für Baujahre ab 2004 und früher. Der TÜV-Ingenieur meines Vertrauens hat für mein E-Auto-Umbau letztes Jahr jedenfalls keine verlangt.

Mein Favorit ist also ein Radnabenmotor mit 1,5-2kW, hat einen Anschluss für Bremsscheibe und Kette, und eine Einbaubreite von 135 mm (da könnten zur Not noch 5...10mm zu holen sein).
Und hat 48V Nennspannung.

MfG
Markus
 
Wie wär's denn, 'mal über diese Variante nachzudenken, die ich vor
einiger Zeit irgendwo im Pedelec-Forum in einen entsprechenden Thread eingeworfen hatte?
IMG_0209.JPGIMG_0210.JPG
Gruß - Dieter
 
Uiiii! Das schau ich mir genauer an.
Sehr schick, jetzt muss ich mich auf die Suche nach einem Schrottmotor machen, meiner ist ja noch gut.

Danke,
Markus
 
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Da ich den Thread auch nicht finde, hier eine kurze Erläuterung zu den Bildern in #2:
li.: BL-Stator aufgesetzt anstelle der Zünd-/Lichtmaschinenplatte eines HONDA CY50 Motors.
re.: Zugehöriger Rotor.
Den Einfall hatte ich vor 8 Jahren beim kompletten Zerlegen eines Motors - gegenwärtig arbeite
ich an der praktischen Umsetzung.
Dabei entfallen Kurbelwelle, Kolben, Ventiltrieb, etc. und werden durch den BL-Antrieb ersetzt, der
komplett unter den serienmäßigen Gehäuseteilen verschwindet.
Es müssen keinerlei Änderungen an Fahrwerk, Lenkung u. Bremsen vorgenommen werden.
Gruß - Dieter
 
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Soweit verstanden. Eine ganz tolle Idee.
Dafür dass die Optik komplett erhalten bliebe würde ich auch mit der ollen Rücktrittbremse leben. Sehr charmant auch dass ich tatsächlich das vorhandene Getriebe nutzen könnte, das ist ja bereits mehrstufig untersetzt und es wir sich schon eine passende Gesamtübersetzung finden.
Du schreibst Du seist in der Umsetzung, wie weit bist Du? Wäre es ok. wenn ich daran teilhabe?
MfG
Markus
 
Hi, ich habe inzwischen ein Motorengehäuse mit Getriebe gekauft (dann kann ich den originalen Antrieb ins Regal stellen). Das Kurbelgehäuse hat einen Innendurchmesser von 92mm. Jetzt suche ich einen E-Motor der da rein passt. Ggf. könnte ich ja das Gehäuse des E-Motors auch wegschmeißen und nur das Innenleben verpflanzen. Jemand eine Idee/Vorschlag?
MfG
Markus
 
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Hallo Dieter (und alle anderen)!
Noch schnell ein frohes Jahr (an alle),
dann die Frage ob es an der Entwicklung des integrierten Motors schon Fortschritte gibt.
Woanders hat da jemand einen solchen Motor
in ein Zweirad eingebaut, der passte herrlich ins Gehäuse rein; aber wie lange es gut geht aus so einem kleinen Ding nennenswete Leistung (4kW!) herauszuholen? Da erscheint mir der größere Durchmesser da wo sonst Zündung und Lichtmaschine sitzt schon etwas robuster.
MfG
Markus
 
Hallo Markus, der Motor kann sicherlich kein 4kW Dauerleistung. Mit 85% Wirkungsgrad wäre 700W Verlusten, also unmöglich ohne stark Wasserkühlung. Die Parametern kV, Drehzahl und co. wiedersprechen sich. Die Bemessungswerte für Motoren bei Ebay und co. stimmen in der Regel nicht. Ich schätze bei der Größe und Drehzahl max 800W Ausgabeleistung ohne Kühlung.
 
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...dachte ich mir. Danke Gael für die prompte Antwort.
Muss ich wohl weitersuchen, oder auf Antwort(en) hoffen.
MfG
Markus
 
Passt ein HPM3000 (D=180, L=125) eventuell rein? Die Light-bees laufen damit. Das hat genügend Leistung.
Vg Gael
 
Leider auch viel zu groß. Im Kurbelhaus kann ich 97mm Durchmesser reinfräsen, bei der Lichtmaschine ca139mm, aber nur an die 90mm tief, sonst schaut das zu weit raus.
Derzeit am dichtesten dran ist der hier
wenn er nur 5mm kleiner wäre im Durchmesser!
Ich überlege ernsthaft, die Spulen aus dem Gehäuse herauszuholen und ins neue (also alte Kurbelgehäuse) reinzubauen. Dann noch ein neues Lagerschild (auf der Lichtmaschinenseite) bauen und es könnte losgehen.

Das Problem ist m.E. auch hier, dass man den Angaben einfach nicht trauen kann (also ich zumindest nicht). Die Dinger gibt es auch mit 60V und auch als 3kW. Gut, kann sein dass einfach ein anderer Regler für eine kleinere Spannung zum Paket gehört.

Der kleine Motor den ich vorher verlinkt hatte ist mir ja ohnehin suspekt gewesen, alleine die Angabe kV wundert mich: ist das nicht eine Kenngröße für einen DC mit Bürsten? Beim BLDC macht doch das Drehfeld die Geschwindigkeit, und nicht die Spannung (?)!

Und dann hätte ich schon gerne einen Regler der auch Reku kann, muss ich mir also woanders suchen, und schon weiß ich nicht ob der zu dem Motor passt. Ich hatte auch mal gelesen dass es unterschiedliche Positionen (Winkelgrade) der Hall-Sensoren zu den Spulen geben soll, und (noch) bin ich nicht firm mit den E-Antrieben. Mal eben über €100,- für Blödsinn ausgeben wäre ja auch mehr als ärgerlich.
Vielleicht hat ja jemand eine Buchempfehlung (oder Webseite) für mich, wo alles oder zumindest das Meiste einfach erklärt ist, ich lese gerne. Alles nicht so einfach, schön dass Ihr mir da helft.
Markus
 
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Die Dinger gibt es auch mit 60V und auch als 3kW.
Das ist möglich. Der Motor braucht dann mehr Strom. Das Volume von Motor ist proportional zu Drehmoment. Wenn du viel Leistung brauchst und klein Volume, dann muss er schnell drehen. Deswegen gehört bei E-Fahrzeuge oft eine Getriebe dazu.
Angabe kV wundert mich: ist das nicht eine Kenngröße für einen DC mit Bürsten? Beim BLDC macht doch das Drehfeld die Geschwindigkeit, und nicht die Spannung (?)!
Für DC Motoren mit und ohne Bürsten gelten kV. BLDC steht für Bürstenloser DC Motor und wird sehr ähnlich wie ein DC Motor mit Bürsten gespeist. An jeder Moment wird nur Zwei aus den Drei Phasen gespeist (abwechselnd). Bei BLDC ist die Geschwindigkeit proportional zu Drehfeldsgeschwindigkeit aber auch zu induzierte Spannung (omega_mech = omega_elek/Polepaarzahl und u_ind = omega_elek*Phi_PM).

Für Bucher oder Webseite: es gibt ein Wikipedia Artikel was nicht allzu kompliziert ist:
 
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Nicht schlecht. Sind halt nur 750W, da passt das mit den flachen Motörchen. Und die müssen mit der Übersetzung auch schon ordentlich zaubern damit der Motor schnell drehen kann.

Ich muss mal bei Gelegenheit in einen solchen Motor (wie oben in der Bucht verlinkt) reinschauen, wenn mich nicht alles täuscht ist in dem Rolectro Eco-Fun so einer drin, und genau so ein Roller steht bei mir herum.
Wenn's mal etwas wärmer wird.
Markus
 
DB5234DD-9B31-4063-9BCF-7619C1D78855.jpeg Dieser dürfte reinpassen, ohne Gehäuse allemal, gibts bis zu 1,7 kw in der Größe, bis zu 850 w auch mit internem Controller wie hier bei meinem etwas schwächeren pedelec-fähigem Modell. Der eckige Teil ist die Gearbox, um zu Fahrradantrieben kompatibel zu werden.
Hier mal eine Zeichnung der etwas größeren und stärkeren Variante mit 3kw:
BAEC3009-C543-4DAF-A021-3D59AADF0851.jpeg
Die 135 mm Durchmesser sind mit Gehäuse und Kühlrippen, ohne müssten es um die 90-95 mm sein.
 
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Sehr schick! Vielen Dank!
Wie kommst Du an die Zeichnungen? Hab ich nicht gefunden, oder muss ich mich da erst registrieren?MfG
Markus
 
Ich hab's getan: diesen
Antrieb gekauft. Sind zwar nur 2kW, aber für den Einstieg unschlagbar günstig. 2,7PS sind ja schon mehr als die originalen 2,25. Ich habe ohnehin den Verdacht dass Motor und Regler auch 72V vertragen (oder der Motor gar identisch ist mit dem des 3kW-Pakets), und vielleicht kann ich den Regler ja mit ein paar zusätzlichen MOS-FETs pimpen dass ein paar mehr A durchgehen. Aber erst mal das Motörchen ins bereitstehende Ersatzgehäuse reinbekommen und einen neuen Primärantrieb (Kette) bauen. Dann hätte ich schon 2 Gänge zur Auswahl, den Rest kann ich mit der Endübersetzung der Kette zum Hinterrad passend machen.
Markus
 
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