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Welche Helme auf dem S-Pedelec?

T

Tintin

Moin!

Ich plane meine tägliche Pendelei vermehrt mit einem Zweirad zu erledigen, derzeit fahre ich ein- zweimal pro Woche mit einem Liegerad ca. 37km von D nach K und zurück, was ca. 1:40 pro Strecke Brutto-Fahrzeit, also einem 22er Schnitt entspricht.

Nun bin ich dabei, die Option S-Pedelec auszusortieren, dabei hat sich der Helm als mögliches Hindernis in den Weg geworfen: Offensichtlich gilt hierzulande Helmpflicht und damit muss es ein ECE22-05 sein, soweit bin ich schon, auch wenn man dazu immer nur Sekundärquellen im Netz findet. Meine Moppedmütze aufzusetzen, würde ich vermutlich im Sommer keine drei Minuten ertragen. Das könnte zum Killer-Argument für das Thema S-Pedelec werden....

Ich war etwas erstaunt, so gut wie nichts zu dem Thema hier im Forum zu finden, daher die Frage hier: Welche halbwegs belüfteten Helme nach ECE 22-05 gibt es überhaupt? Tatsächlich nur den Cratoni? Von dem war ja der eine oder andere nicht unbedingt begeistert.... Abus hat in Meldungen vor zwei Jahren auch einen Helm nach Kradnorm angekündigt, der taucht aber nur als "Fahrradhelm" ohne Nennung der Prüfnorm auf deren Homepage auf. Ist das Thema damit Geschichte und die S-Pedelec-Helmpflicht nur in D macht die Sache so unausgegoren? Im Augenblick sieht's für mich danach aus, dass die Option S-Pedelec tatsächlich an akzeptablen Helmen scheitern könnte (dass die Dinger auch mit EN1078-Helmen oder barhäuptig fahren, ist mir natürlich klar....) oder ist da irgendwie Besserung in Sicht?


Tim
 
Ich weiss ja nicht wo du dich informiert hast, aber es gibt keine Helmpflicht für S-Pedelecs in deren COC unter Punkt 44 eine bbH von max. 20km/h eingetragen ist. Wenn du beim Kauf darauf achtest, kannst du jeden Helm aufsetzen den du möchtest. Mit Helm zu fahren, ist auf jeden Fall empfehlenswert.
Bei einem unverschuldeten Unfall wird die gegnerische Versicherung auf jeden Fall versuchen etwaige Kopfverletzungen nicht zu 100% zu bezahlen. Sie wird dir eine Mitschuld ankreiden auch wenn es keine Helmpflicht gibt. Ein Helm nach ECE22-05 ist jedenfalls nicht gefordert. Ausser du willst in Italien fahren.
 
T

Tintin

Ich weiss ja nicht wo du dich informiert hast, ....
Ich hab erst kurz nach dem Post das Wiki im Pedelec-Forum gefunden und mir das mal durchgelesen, vorher nur die diversen Artikel ab 2012 zu dem Thema. Aha. Gibt es irgendwo eine offizielle Stellungsnahme des Verkehrsministeriums, aus der das wirklich so explizit hervorgeht? Oder haben die vorgezogen zu schweigen, als ihnen jemand klar gemacht hat, dass das so alles nicht stimmt wie in dieser ominösen parlamentarischen Antwort von 2012?

Damit hätte ich allerdings dann noch das Problem, dass ich einem EN1078-Hütchen absolut nix zutraue und den damit nur trüge, um den Anschein zu wahren.... :whistle::D


Tim
 
T

Tintin

Ich weiss ja nicht wo du dich informiert hast, aber es gibt keine Helmpflicht für S-Pedelecs in deren COC unter Punkt 44 eine bbH von max. 20km/h eingetragen ist. Wenn du beim Kauf darauf achtest, kannst du jeden Helm aufsetzen den du möchtest.
Also, wenn ich meine diversen Quellen jetzt nochmal zusammenfasse, komme ich auf zwei Denkschulen:

- Das BMVI bastelt sich 2012 in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage eine 45km/h-BBH aus der Geschwindigkeit, bei der abgeregelt wird und leitet daraus eine Helmpflicht ab, bestätigt auf Nachfrage, dass damit S-Pedelecs explizit gemeint sind, will sich aber nicht auf ECE22-05 (wie zunächst IMHO richtigerweise von diversen Kommentatoren in ersten Reaktionen vermutet) festlegen.

- Streng nach EU-Vorschrift gilt als BBH die Geschwindigkeit, die ein sich nicht bewegender Fahrer in Normalposition erreicht (und das läuft dann auf die 20km/h @ Punkt 44 hinaus).

Was mir fehlt, ist irgendein Hinweis, dass dem BMVI klar ist, dass deren Interpretation tatsächlich flasch ist oder alternativ eine entsprechende Rechtsprechung, die das aufzeigt. Die mir bisher bekannten Helmurteile zielen ja eher auf unterlassene Risikominderung ab.

Mit Helm zu fahren, ist auf jeden Fall empfehlenswert.
Naja. Um meinen Rettungsdienst-Ausbilder von anno dunnemals zu zitieren: "Seit der Helmpflicht (für Kräder, Anm.d.Red) sind die Leichen zwar nicht weniger, aber hübscher." Ich fuhr damals und fahre heute noch trotzdem Krad (und zwar bis auf Haferstichmomente so, als hätte ich keinen Helm auf)...:whistle:



Tim
 
Wofür benötigst du eine offizielle Stellungnahme des BMVI? Solange es nicht in die Gesetzeslage einfliesst, sind das nur Vorschläge. Und ja, es gibt eine Stellungnahme des BMVI zu S-Pedelecs. Demzufolge sollen S-Pedelecs als Kleinkrafträder zugelassen werden und dann bestünde die Helmpflicht und du müsstest den Cratoni Vigor oder einen besseren Helm aufsetzen. Die allermeisten S-Pedelecs sind aber als L1e-a ( Leichtmofa) zugelassen.

Derzeit ist die Leichtmofa Ausnahmeverordnung für S-Pedelecs gültig:

https://www.gesetze-im-internet.de/stvrausnv/BJNR039400993.html

Bitte beachte Paragraph 2.

Welchen Helm du schlussendlich aufsetzt, ist dir überlassen. Selbst ohne Helm kann dir nur die gegnerische Versicherung nach einem Unfall Probleme bereiten. Der Polizei ist es egal und kann dich deswegen nicht belangen.
Ich fahre seit 4 Jahren und über 50.000km mit einem Fahrradhelm. Ich hatte schon einen Unfall mit einem Auto und bin mehrmals auf Eis gestürzt. Bisher hat der Helm und mein Kopf das alles schadlos überstanden. Ein Fahrradhelm dient mehr als nur dem Anschein.
 
T

Tintin

Wofür benötigst du eine offizielle Stellungnahme des BMVI?
Es würde mich interessieren ...

Und ja, es gibt eine Stellungnahme des BMVI zu S-Pedelecs.
...ob man von Seiten des BMVI zu der ersten Stellungnahme Stellung genommen hat, da die ja anscheinend sachlich flasch ist, wenn man sich der Argumentationskette mit der EU-Verordnung anschließt.

Den Hinweis mit Deinem Helm verstehe ich nicht: Wenn der Helm alles schadlos überstanden hat, wieso diente er dann mehr als dem Anschein? o_O Ich bin ehrlich gesagt bei der Schutzwirkung von Helmen seeehr skeptisch, es gibt dazu mehr als genug Quellen, und wenn ich im Auto oder als Fußgänger keine trage, warum dann ausgerechnet beim Radeln? Auf dem Mopped trage ich ihn nur, weil es Pflicht ist und man ohne zu oft beim Fahren gestört wird - aber ich gebe mich keinen Illusionen hin, dass es sonderlich viel bringt. Einige meiner Kollegen tragen ja nicht umsonst zum Helm noch einen HANS bei der Arbeit....:whistle:


Tim
 
Meine Frau ist letztes Jahr mit ihrem S-Pedelec gestürzt. Der fehlende Helm hat ihr eine üble Wunde an der Stirn beschert. Mit Helm hätte der ein paar Kratzer abbekommen und ihre Haut wäre nicht beschädigt worden.
Stösse mildert der Helm ebenfalls ab. Wer die Schutzwirkung eines Fahrradhelms nicht erkennt, ist bescheuert. Sorry für die drastischen Worte.

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Wenn der Helm alles schadlos überstanden hat, wieso diente er dann mehr als dem Anschein?
Ein paar Kratzer hat er schon abbekommen. Die wären sonst an meinem Kopf entstanden. Und wer weiss was sonst noch alles.
Und ja du hast Recht. Ich sollte den Helm nach einem Sturz austauschen. Ich sehe darin aber keinen Grund so lange die Styroporschicht nicht kaputt ist.
 
Welche halbwegs belüfteten Helme nach ECE 22-05 gibt es überhaupt? Tatsächlich nur den Cratoni?
Soweit ich weiß, gibt's derzeit tatsächlich nur den Cratoni Vigor, der diese Norm erfüllt.
Ich benutze den Vigor seit August 2016. Er belüftet sehr gut, im Winter fast zu gut, d.h. am ersten richtig kalten Tag war's mir darin echt zu kalt, ist seither aber mit passender Balaklava/Sturmhaube drunter kein Problem mehr (bis -8,5 Grad C). Und im Sommer waren 32 Grad C Außentemperatur auch kein Problem.

Interessant wäre evtl. noch der Hödvig-Helm-Airbag, der allerdings keine Zulassung für die ECE22-05-Norm hat. Aber wie jm1374 bereits schrieb: wenn Deine COC eine BBH von 20 km/h ausweist, bist Du nicht auf einen Helm der ECE22-05-Norm festgelegt.
Die Schutzwirkung soll noch besser sein, vor allem was die seitlichen Gesichtspartien betrifft, die von den klassischen Fahrradhelmen ja nicht so optimal geschützt werden. Da ist der Vigor dann schon wieder etwas besser, weil über die Ohren gehend.
In der aktuellen Version 2.0 soll der Auslösealgorithmus nochmal deutlich verbessert worden sein, so dass die Fehlzündungen, die in der ersten Generation aufgetreten waren, inwzischen wohl Geschichte sind. Ich denke durchaus über eine Anschaffung als Alternative zum Vigor nach.
 
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T

Tintin

Danke erstmal für die Beantwortung der eigentlichen Fragen. Der Vigor ist also leider doch der einzige belüftete ECE22-05-Helm. Es gibt außerdem also keine in Stein gemeißelte Helmpflicht und ich kann tragen, was ich will. Gute Erkenntnis.

Wer die Schutzwirkung eines Fahrradhelms nicht erkennt, ist bescheuert.
:rolleyes: Was ich an Helmdiskussionen wirklich am schönsten finde, ist die sympathische Eigenschaft so gut wie jedes Vertreters der "Helmgläubigen" innerhalb kürzester Zeit persönlich beleidigend zu werden. Interessanterweise lassen die Argumente aber sehr oft den Schluss zu, dass der gemeine "Helmgläubige" sich offensichtlich nicht mit den mannigfaltig verfügbaren Studien und einschlägigen Statistiken beschäftigt hat, sondern diese Beleidigungen aufgrund gefühlter "Wahrheiten" raushaut. Höchst sympathisch, nicht wahr?

Ich hab mich mit dem Thema seit inzwischen wohl 20 Jahren interessiert beschäftigt und kann Dir sehr genau sagen, weswegen ich das Thema mehr als kritisch sehe und mir verbitte, deswegen als "bescheuert" bezeichnet zu werden:

EN1078-Helme haben wie aus einigen Studien (z.B. Möllmann 2006) und v.a. den Anforderungen der Norm selbst deutlich ersichtlich eine eher geringe Schutzwirkung, die grade mal den Unterschied zwischen einem SHT 1. und 2. Grades (nach der alten GCS-Einstufung) bewirken kann - also zwischen einer leichten und einer schweren Gehirnerschütterung. Ab einem SHT 2.Grades lässt sich nicht mehr aus der Statistik erkennen, ob der Verunfallte einen Helm trug oder nicht. Es gibt allerdings einige Todesfälle durch Radhelme, nämlich v.a. Kinder, die sich auf Spielplätzen strangulieren (weswegen entsprechend inzwischen riesige Piktogramme auf den Spielplätzen hängen) und es gibt Fälle, in denen aus dem Unfallverlauf geschlossen werden kann, dass der Helm durch sein Volumen und die Art der notwendigen Befestigung am Kopf auch bei einem Verkehrsunfall nicht hilfreich war - einen solchen Fall hatte ich in meiner aktiven Rettungsdienstzeit, der Verunfallt war auf Glatteis gestürzt, in eine Hecke gerutscht und hatte einen blutigen Striemen vom Helmgeschirr (der Unfall war ansonsten eher harmlos zum Glück). Geholfen hat der Helm in dem Fall jedenfalls nicht. Die gerne getätigte Behauptung, dass Radhelme Leben retten, ist also schwer bis nicht beweisbar, das Gegenteil hingegen gesichert.

Wer auf dem Fahrrad (als Alltags-Fahrzeug, ich rede nicht von Sportgeräten) einen Helm benutzt, hingegen im Auto (wo Airbags und Gurte ab 80km/h ihre Schutzwirkung schon wieder größtenteils einbüßen), als Fußgänger oder gar beim Hausputz nicht, handelt ziemlich widersinnig, wie ein Blick in die Statistik zeigt. SHT haben eine Inzident von ca. 300.000 Fällen in Deutschland pro Jahr, davon ca. 40.000 intensivpflichtig und je nachdem welche Zahl man heranzieht, liegt dabei die Mortalität bei 4.000-16.0000 . D.h. selbst wenn man bewusst vereinfachend davon ausginge, dass jeder ca. 400 pro Jahre getöteten Fahrradfahrer an einem SHT (vor dem ein EN1078-Helm nicht mal schützt!) stirbt, sind das also 3-10% aller tödlichen SHT (und die Zahlen für SHT 2.Grades nach alter Einteilung sind durchaus ähnlich). Warum wird immer wieder auf den Radhelmen herumgeritten, Helme für wesentlich gefährdetere Gruppen werden aber nie gefordert?

Zu guter letzt nochmal die Erklärung, warum ich auch einem ECE22.05-Helm nur eine äußert eingeschränkte Wirkung zutraue: Ein stabiler Helm überlastet schlicht die Halswirbelsäule, verlagert also das Problem nur. Das ist der entscheidende Unterschied zu den immer wieder gern im Vergleich angeführten Gurten und Airbags (und deswegen sind im Auto-Motorsport auch HANS Pflicht). Darauf zielte der Kommentar meines RD-Ausbilder ab, wer vorher ohne Helm ein schweres SHT erlitten hat, hatte nun ein schweres HWST. Oder anders gesagt - so wie er es damals sehr böse formulierte - hat die Helmpflicht beim Krad damals vor allem für weniger Pflegefälle gesorgt.


Tim
 
Was willst du eigentlich? Du musst auf einem S-Pedelec keinen Helm tragen. Den Nachweis hab ich dir mit Quellenangabe erbracht. Was du dann schlussendlich mit diesem und deinem anderen Wissen anfängst, ist deine Sache. Du musst dich hier nicht rechtfertigen. Wenn du meinst ein Fahrradhelm ist sinnlos und verlagert das Unfallrisiko, dann fahr halt ohne. Deine obige Ausführung ist vielleicht nach deinem Unfall mit Kopfverletzung für die gegnerische Versicherung interessant. Mich interessiert das nicht. Ich bleibe bei den Versuchen von Werner Gruber mit dem Apfel.

Wenn du dich durch meine Aussage beleidigt fühlst, dann entschuldige ich mich an dieser Stelle ganz aufrichtig bei dir.
 
T

Tintin

Was willst du eigentlich?
1. Eine Antwort auf die Frage, ob es einen anderen ECE22.05-Helm gibt. Nebenher ist rausgekommen, dass es offensichtlich keine Helmpflicht gibt, auch wenn das BMVI mal was anderes behauptet hat. Sehr gut, ich bin nämlich nicht scharf drauf, mit einem geschlossenen Kochtopf auf dem Kopf zu radeln. Ob und wenn ja welchen Helm ich benutze, ist bislang offensichtlich mir überlassen, fein. Ich hatte zuerst einen anderen Eindruck.
2. Ich möchte schlicht nicht aufgrund meiner begründeten Meinung beleidigt werden.

Tim
 
Es gibt außerdem also keine in Stein gemeißelte Helmpflicht
Jein, dies hängt aus juristischer Perspektive derzeit anscheinend vor allem davon ab, welche BBH in der COC Deines S-Pedelecs steht. Wenn dort 20 km/h steht, dann ja, wenn nicht dann nein. Dies ist im Wiki im pedelecforum auch hier mit juristischem Sachverstand sehr gut zusammengefasst worden (siehe dort: 2.3.2 Fahrradhelm-, Mopedhelm- oder sonstige Helmpflicht?). Ich weiß zwar nicht, ob es S-Pedelecs gibt, in deren COC eine BBH von 45 km/h steht, ganz ausschließen würde ich es aber nicht.
 
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Die neuen Klever X-Speed und B-Speed haben eine Zulassung als KKR( Kleinkraftrad). In deren COC steht dann sicherlich unter Punkt 44 bbH: 45km/h und dann ist ein Helm nach ECE22-05 Pflicht.
 
es gibt dazu mehr als genug Quellen
mannigfaltig verfügbaren Studien und einschlägigen Statistiken
einigen Studien (z.B. Möllmann 2006)
Ich gehöre auch zu den "Helmgläubigen", jedenfalls noch. Mich interessieren aber durchaus auch die Fakten näher, die dagegen sprechen würden (ich hoffe das ist nicht offtopic). Wo kann man die von Dir erwähnten Quellen finden? Besonders die Literaturstelle von Möllmann 2006 würde mich interessieren. Wäre toll, wenn Du dazu Näheres posten könntest. Vielen Dank im Voraus!

Im Netz gibt es einiges dazu, wie z.B. diesen Artikel von SpiegelOnline vom 31.03.2014, der immerhin eine bessere Sicherheit durch Helme konstatiert, allerdings geht es darin um die Helmpflicht und gesamtgesellschaftliche Kosten und nicht nur um die reine Sicherheit.

Oder die Online-Zeitschrift "Fahrradzukunft" die ihre April Ausgabe 2012 dem Thema Fahrradhelm und Helmpflicht gewidmet hat. Auch lesenswert.

Oder auf dieser Webseite eine zwar etwas längere, aber dafür sachliche und uamfssende Darstellung zu diesem Thema.

In den Niederlanden gelten S-Pedelecs seit dem 01.01.2017 rechtlich als Mopeds und unterliegen somit der Helmpflicht (Quelle hier oder hier). Es soll dort bald zugelassene Helme geben. Also ab nach Holland zum Helmkauf?!?:confused::D Allerdings hat das niederländische Verkehrsministerium 2008 auch festgestellt, dass holändische Radfahrer häufiger verunfallen, wenn oder möglicherweise sogar weil sie Helme tragen (Ormel W, Wolt KK, den Hertog P, . Enkelvoudige fietsongevallen. Ministerie van Verkeer en Waterstaat, 2008, Quelle hier)..
Ich lass das alles erst mal nachwirken und geh jetzt ab in die Heia. :sleep::sleep::sleep:
 
T

Tintin

Besonders die Literaturstelle von Möllmann 2006 würde mich interessieren. Wäre toll, wenn Du dazu Näheres posten könntest. Vielen Dank im Voraus!
Die Möllmann-Dissertation ist leider seit ein paar Monaten nicht mehr online, ich hab die aber als PDF, schick mir eine PN mit Deiner Email-Adresse.

Zu den eingangs erwähnten Ergebnissen zählt dieses hier:

"Das mittlere Schädel-Hirn-Trauma kann als typisches Trauma des verunfallten
Fahrradfahrers angesehen werden. Die handelsüblichen Fahrradhelme schützen nicht hinreichend gegen höherenergetische Unfallmechanismen, denen mittlere und schwere Schädel-Hirn-Traumata folgen."


Der Autor geht dann im Text noch weiter darauf ein, mutmaßt auch durchaus vor sich hin, aber es wird schon klar, dass handelsübliche Radhelme demnach nicht sonderlich viel bringen bei schwereren Unfällen. Er fordert dann auch bessere Helme (was ich damals schon lustig fand, das läuft nämlich zwangsläufig auf geschlossenere Helme hinaus, die ECE22.05 lässt grüßen).

Was man online noch findet, ist dieser Beitrag hier:

http://www.nachsorgekongress.de/download/nachsorgekongress_presse/2010_Einleitung/nachsorgekongress_presse_2010/2010_ergebnisse_studie/

Da wird zwar der Name Möllmann nicht erwähnt, die Zahlen sind aber die aus der Diss (oder umgekehrt). Demnach wäre eine Helmpflicht im Auto und für Fußgänger angezeigter als für Radfahrer.

In den Niederlanden gelten S-Pedelecs seit dem 01.01.2017 rechtlich als Mopeds und unterliegen somit der Helmpflicht (Quelle hier oder hier).
In den Niederlanden fällt mir immer wieder auf, dass auf KKR so gut wie niemand einen Helm trägt. Auf Fahrrädern eigentlich auch nur die Rennradler, und dass die dünnen Styropor-Stege zwischen den riesigen Belüftungslöchern nicht viel Schutz bieten können, ist IMHO mehr als offensichtlich.

Interessant finde ich noch das ECF fact sheet, ansonsten ist das Thema Helm wirklich totgeredet in den Nachbar-Foren.


Tim
[DOUBLEPOST=1494829687][/DOUBLEPOST]
Ich weiß zwar nicht, ob es S-Pedelecs gibt, in deren COC eine BBH von 45 km/h steht, ganz ausschließen würde ich es aber nicht.
Das ist aber das, was ich mit "in Stein gemeißelt" meine. Die Argumentation, die in dem verlinkten Wiki steht, stützt sich ja darauf, dass sich der Fahrer nicht bewegt. Gut, streng nach den Vorgaben der EU-Norm ist das sachlich sicherlich richtig. Nun hat aber blöderweise das BMVI ja diese Einschätzung veröffentlich, dass die Abregel-Geschwindigkeit "mit Treten" angenommen wird.

Mir fehlt der juristische Sachverstand, ob die Haltung des BMVI nun vertretbar ist - ich gehe eigentlich davon aus, dass es durchaus nationale Abweichungen von EU-Verordnungen geben darf, daher die Frage, ob das BMVI zu genau dieser Frage Stellung genommen hat.


Tim
 
daher die Frage, ob das BMVI zu genau dieser Frage Stellung genommen hat.
soweit mir bekannt, nicht. Irgendwo im Nachbarforum hat jemand (ich meine Didi) dazu etwas geschrieben, sinngemäß, dass sich diese Frage juristisch nur über den Weg einer (Muster-)Klage klären ließe. Die gibt es jedoch noch nicht.
 
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